September 12, 2023

EU-Lieferkettenrichtlinie: Was Unternehmen wissen müssen

EU-Lieferkettenrichtlinie: Was Unternehmen wissen müssen

Die EU hat kürzlich eine neue Richtlinie eingeführt, die die Sorgfaltspflichten von Unternehmen in Bezug auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit entlang ihrer gesamten Lieferkette regelt. Diese Richtlinie, bekannt als die EU-Lieferkettenrichtlinie oder Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD), hat das Potenzial, die Art und Weise, wie Unternehmen in Europa und darüber hinaus Geschäfte betreiben, grundlegend zu verändern.

Inhalt der Lieferkettenrichtlinie

Die Lieferkettenrichtlinie verpflichtet Unternehmen, soziale und ökologische Aspekte in ihrer gesamten Wertschöpfungskette zu berücksichtigen. Dies umfasst Bereiche wie Zulieferer, Vertrieb, Transport, Lagerhaltung und Abfallwirtschaft. Zu den sozialen Aspekten gehören faire Bezahlung, Schutz von Menschenrechten und die Bekämpfung von Kinderarbeit und Sklaverei. Ökologische Aspekte beinhalten den Schutz der biologischen Vielfalt, die Eindämmung des Klimawandels und die Einhaltung von Umweltnormen.

Wer ist betroffen?

Die Richtlinie zielt in erster Linie auf große Unternehmen ab, wobei es Unterscheidungen zwischen verschiedenen Gruppen gibt, basierend auf der Anzahl der Mitarbeiter und dem Umsatz. Obwohl kleinere Unternehmen und KMUs nicht unmittelbar von der Richtlinie erfasst werden, könnten sie dennoch indirekte Auswirkungen spüren, insbesondere wenn sie innerhalb der Lieferkette eines größeren, von der Richtlinie betroffenen Unternehmens agieren.

Die Richtlinie richtet sich in erster Linie an große Unternehmen, wobei zwei Hauptgruppen unterschieden werden:

  1. Unternehmen mit über 500 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 150 Mio €
  2. Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern und einem globalen Umsatz von über 40 Mio €

Auch Unternehmen außerhalb der EU, die einen erheblichen Umsatz in der EU erzielen, fallen unter diese Regelung. Während kleine Unternehmen und KMUs nicht direkt betroffen sind, müssen sie dennoch die Richtlinie befolgen, wenn sie Teil der Lieferkette eines größeren Unternehmens sind.

Umsetzung und Zeitplan

Die Lieferkettenrichtlinie befindet sich derzeit in der finalen Phase der Ausarbeitung. Nachdem die Mitgliedsstaaten sich bereits 2020 auf eine Richtlinie geeinigt hatten, wurde der erste Entwurf im Februar 2022 vorgestellt. Die endgültige Verabschiedung wird Ende 2023 oder 2024 erwartet, wobei die tatsächliche Anwendung erst ab 2025/26 nach der Integration in nationales Recht erwartet wird.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Unternehmen müssen eine Strategie entwickeln, die jährlich aktualisiert wird und den Ansatz des Unternehmens in Bezug auf die Sorgfaltspflicht beschreibt. Dies beinhaltet einen Verhaltenskodex, Verfahren zur Überprüfung der Einhaltung und Maßnahmen zur Ermittlung negativer Auswirkungen. Die Europäische Kommission wird noch konkrete Leitlinien und Indikatoren für die Unternehmen ausarbeiten.

Relevanz für Österreich

In Österreich sind etwa 1.000 Unternehmen direkt von der Richtlinie betroffen. Da der Großteil der Unternehmen in Österreich KMUs sind, werden diese indirekt durch ihre Beziehungen zu größeren Unternehmen beeinflusst. Es wird erwartet, dass KMUs einen relativ hohen Verwaltungsaufwand haben werden, um die Anforderungen zu erfüllen. Es gibt jedoch auch Vorteile, wie die Harmonisierung der Lieferkettenregulierungen, die für österreichische Unternehmen vorteilhaft sein könnte.

Die EU-Lieferkettenrichtlinie stellt eine bedeutende Veränderung für Unternehmen in Europa dar. Es ist wichtig, dass Unternehmen sich frühzeitig mit den Anforderungen vertraut machen und entsprechende Strategien entwickeln, um die Sorgfaltspflichten zu erfüllen. Dies wird nicht nur dazu beitragen, rechtliche Risiken zu minimieren, sondern auch die soziale und ökologische Verantwortung der Unternehmen stärken.

In diesem Kontext bietet das Energieforum Österreich eine Plattform für Unternehmen, die sich den neuen Herausforderungen der EU-Lieferkettenrichtlinie stellen. Mit seinem breiten Netzwerk von Experten und Brancheninsidern bietet es eine einzigartige Gelegenheit, Best Practices auszutauschen, innovative Lösungen zu entdecken und sich über die neuesten Entwicklungen in Bezug auf den Green Deal zu informieren. Zudem hilft das Energieforum Österreich Unternehmen, die erforderlichen Mittel und Strategien zu finden, um die Vorgaben der Richtlinie sowohl effektiv als auch effizient zu erfüllen.

Quelle: Partner des Energieforum Österreich RMA

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